Ein Messer mit dem Namen einer Maschinenpistole

Das Klappmesser UZI Axis überzeugt durch seine Erschwinglichkeit, eine interessant konstruierte Verriegelung und eine universelle Ergonomie. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, wie es sich in unserem Langzeittest – einschließlich jagdlicher Praxis – bewährt hat.
Titelbild: Klappmesser UZI Axis.
Der Begriff „UZI“ ist jedem Waffenliebhaber ein Begriff, denn er bezeichnet eine Reihe israelischer Maschinenpistolen, entworfen von Uziel Gal. Diese Waffen werden zwar vom IWI-Konzern produziert, doch der Markenname „UZI“ wird im Rahmen von Lizenzen auch anderen Firmen zur Verfügung gestellt. Eine davon ist die amerikanische Firma CampCo Inc., die für den zivilen Markt eine ganze Produktpalette unter der Marke UZI herstellt – in erster Linie Messer, aber auch taktische Kugelschreiber, Elektroschocker, Uhren und diverse „Security“-Werkzeuge. Die Produktion selbst ist zwar nach China ausgelagert, aber das gilt unter anderem auch für die beliebten Messer von Smith & Wesson (für die CampCo übrigens ebenfalls eine Lizenz besitzt), mit denen wir insgesamt gute Erfahrungen gemacht haben. Zudem ist der Preis der UZI-Produkte recht attraktiv, sodass wir beschlossen haben, eines der angebotenen Messer in jagdtauglicher Ausführung in unseren Test aufzunehmen. Was hat uns gefallen – und was weniger?
„Die Klinge entspricht der Bauform ‚clip point‘. Ihre Schneide behält somit eine gewisse ‚Bauchigkeit‘ von Drop-Point-Klingen, aber mit einem spitzeren Winkel an der Spitze! „
„Durchdringende“ Spitze
Es geht um das Modell UZI Axis, das von seiner Konstruktion her zu den Klappmessern gehört. Es wiegt angemessene 160 g, misst im geöffneten Zustand 218 mm, davon entfallen 90 mm auf die reine Schneide. Im geschlossenen Zustand beträgt die Länge 129 mm – also etwas größer, aber für jagdliche Zwecke immer noch gut tragbar. Ich habe das Messer über zwei Monate hinweg beim Jagen, beim Outdoor-Einsatz und im Alltag getestet. Damit habe ich zwei Stück Rehwild verarbeitet und klassische Campingaufgaben wie das Vorbereiten einer Feuerstelle erledigt – einschließlich Holzspalten mittels Batoning (eine Methode, die die Belastbarkeit eines Messers gut auf die Probe stellt).
Die Klinge mit einer ordentlichen Stärke von 3,4 mm ist in „clip point“-Form ausgeführt. Die Schneide bewahrt so bis zu einem gewissen Grad die „Bauchigkeit“ von Drop-Point-Klingen, hat aber eine schärfere Spitze. Vergleicht man sie mit der bekannteren Drop-Point-Form, hat der Clip-Punkt den Nachteil geringerer Stabilität und einer empfindlicheren Spitze. Aus jagdlicher Sicht – insbesondere bei der Wildverarbeitung – überwiegen jedoch eindeutig die Vorteile. Das Häuten und Zerwirken gelingt kompromisslos, und wenn man in schwer zugängliche Bereiche vordringen oder festere Gewebestrukturen durchtrennen muss, kann man sich auf die „durchdringende“ Spitze verlassen. Die geringere Stabilität ist in der Praxis übrigens nicht wirklich problematisch. Während des Tests habe ich die Klinge wiederholt in weiches Holz gestoßen und zur Seite hin gehebelt – die Spitze überstand das ohne Bruch oder sichtbare Verformung. Die Klinge ist zudem stabil genug, um nicht nur Rippen zu durchtrennen, sondern mit etwas Geschick sogar das Schloss beim Rehwild zu brechen, wenn kein geeigneteres Werkzeug zur Hand ist. Die Reinigung von Blut und Geweberesten ist natürlich etwas aufwändiger als bei feststehenden Jagdmessern, die speziell für die Wildverarbeitung konzipiert sind, aber für ein Klappmesser schlägt sich das Axis recht gut – auch die Oberflächen zeigen sich weitgehend resistent gegen Schmutzanhaftung.
Die Klinge besteht aus rostfreiem Stahl 8Cr13MoV, der ähnliche Eigenschaften wie der bekannte 440A aufweist – hohe Korrosionsbeständigkeit, gute Nachschärfbarkeit und ordentliche Schnitthaltigkeit. Ich habe das Messer gezielt längerer Feuchtigkeit ausgesetzt und keinerlei Korrosion feststellen können. Auch das Nachschärfen verlief problemlos. Nur an der Spitze erfordert das Nacharbeiten mit dem Schleifstein etwas Geduld – was jedoch nicht am Material liegt, sondern an der filigranen Geometrie von Clip-Point-Klingen generell. Ein Stück Rehwild lässt sich damit vollständig zerwirken, ohne dass man am Ende das Gefühl hat, dass die Schneide merklich nachgelassen hätte. Bei größerem Wild wäre ein leichtes Nachschärfen der Klinge jedoch empfehlenswert.
Im geschlossenen Zustand misst das Messer 129 mm – etwas größer, aber für jagdliche Zwecke immer noch gut tragbares Klappmesser.
Für den Jäger ist das Axis ein sehr nützlicher Begleiter.
Detailansicht der hervorragend gelösten Axis-Lock-Verriegelung.Im Mittelpunkt: die Verriegelung
Der Name des Messers leitet sich von der verwendeten Verriegelung ab, bekannt als Axis Lock. Dabei handelt es sich im Grunde um einen federbelasteten Bolzen, der quer zur Klingenachse verläuft und sich am Klingenrücken abstützt. Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass im geöffneten Zustand keinerlei Klingenspiel vorhanden ist – und das dauerhaft. Selbst wenn sich die Kontaktflächen zwischen Verriegelung und Klinge im Laufe der Zeit abnutzen sollten, gleitet der Verriegelungsbolzen einfach tiefer in seine Führung und das Spiel der Klinge bleibt weiterhin gleich null. Die seitliche Spielbewegung im Gelenk zur Ermöglichung des Öffnens ist natürlich vorhanden, jedoch völlig vernachlässigbar. Der Axis Lock ist zudem eine äußerst sichere Verriegelung, bei der praktisch kein unbeabsichtigtes Lösen oder Einklappen der Klinge unter Belastung droht. Ich habe das erfolgreich mit einer Serie kräftiger Schläge auf den Klingenrücken getestet. Der Nachteil dieser Verriegelung liegt in der Bedienung.
Im Griff befindet sich eine Aussparung mit dem Verriegelungs-Schieber, den man zur Entriegelung ein paar Millimeter federnd vom Klingenrücken wegziehen muss. Mit etwas Übung gelingt das auch einhändig, und zwar nicht wesentlich langsamer als bei weiter verbreiteten Verriegelungen wie dem „Liner Lock“, auch wenn es sich subjektiv nicht ganz so bequem oder „sauber“ anfühlt. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Das Öffnen des Messers mit einer Hand ist hingegen völlig problemlos. Die Bewegung im Gelenk verläuft sehr geschmeidig – man muss lediglich einen moderaten Anfangswiderstand überwinden, der die Klinge im geschlossenen Zustand sicher hält. Das Messer verfügt über keine Assist-Öffnung, aber die Konstruktion der Verriegelung „führt“ die Klinge in die offene Stellung und trägt so zu einem weichen Öffnungsvorgang bei. Persönlich konnte ich mich nie mit assistierten Öffnungen anfreunden – für mich ist das also ein Vorteil. Andere mögen das anders sehen.
Die Axis-Klinge besteht aus rostfreiem Stahl und hat die Form einer Clip-Point-Klinge.Universelle Ergonomie
Zur Befestigung an Kleidung oder Ausrüstung dient ein ausreichend robuster Metallclip an der rechten Griffschale. Abgesehen vom Clip ist das Axis in streng symmetrischem Design gehalten – inklusive der Daumenpins für das Ausklappen der Klinge sowie der Verriegelung. So liegt es sowohl für Rechts- als auch Linkshänder gut in der Hand. Die Griffschalen sind auf Edelstahl-Liner verschraubt und bestehen aus nahezu unzerstörbarem G-10-Material in einem dezenten, grün-grauen Farbton. Eine feine, rutschfeste Textur wird durch tiefer eingeschnittene Rillen ergänzt, die auch bei nassem, schlammigem oder blutigem Griff sicheren Halt gewährleisten. Ergonomisch gibt es hier nichts zu bemängeln. Der Griff bietet ausreichend Platz für große Hände, liegt aber auch kleineren gut in der Hand – ein gut ausbalancierter Allrounder. Man kann ihn sowohl nahe an der Klinge als auch weiter hinten sicher greifen, ohne dass etwas stört oder drückt. Alle Kanten sind sorgfältig abgerundet.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass UZI – neben vielen anderen Modellen – auch eine Variante des Axis mit Kombiklinge und Wellenschliff anbietet, und zwar zum gleichen Preis. Bei dieser Version handelt es sich allerdings um eine Drop-Point-Klinge, und der Griff ist etwas anders gestaltet und in Sandfarbe gehalten.
Plus / Minus
+ Axis-Lock-Verriegelung
+ universelle Ergonomie
+ hervorragend zur Wildverarbeitung geeignet
- für ein Klappmesser etwas größere Abmessungen
- kein Markenhersteller (für jene, die darauf Wert legen)
In puncto Ergonomie ist das Messer sehr gelungen und liegt den meisten Händen gut in der Hand.
Das Messer wird in einer recht repräsentativen, gepolsterten Schachtel geliefert – ideal als Geschenk, bei dem die Verpackung ein zusätzlicher Pluspunkt ist.
Abschließend
Der Axis kostet 1.379 CZK. Für ein Messer „aus China“ ist das also etwas teurer, aber im Vergleich zu Markenprodukten bleibt es eine sehr erschwingliche Wahl – und wie der Test gezeigt hat, kann es sich durchaus mit deutlich teureren Konkurrenten messen. Übrigens wird das Messer in einer recht repräsentativen, dunkel gepolsterten Schachtel geliefert. Wenn Sie es also als Geschenk kaufen, ist die ansprechende Verpackung ein klarer Bonus.
Insgesamt habe ich – gemessen am Preis – am Axis kaum etwas auszusetzen. Manche könnten ihn für den täglichen Gebrauch vielleicht etwas groß finden, aber für jagdliche Zwecke würde ich das keinesfalls als Nachteil werten. Die Ergonomie ist hervorragend, die Klingenform eignet sich bestens zur Verarbeitung von Wild, und ein großes Plus ist die sehr solide und zuverlässige Verriegelung. Wenn Sie also keinen Wert auf ein Markenmesser legen, kein glühender Verfechter von Assist-Öffnungen sind und Ihnen ein etwas auffälligeres Design nichts ausmacht, wird Ihnen der Axis sowohl bei der Jagd als auch abseits davon gute Dienste leisten.
Das Axis-Messer sowie weitere Produkte der Marke UZI sind im Onlineshop STROBL.CZ s.r.o. erhältlich. Weitere Informationen finden Sie unter strobl.cz oder auf der Website des Herstellers campcoshop.com
Bildquellen: Archiv des Autors
Autor: Tomáš Ježek
Der Artikel erschien ursprünglich in der Zeitschrift Lovec von Extra Publishing

