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          „Zerreißer“ für Raubwild

          „Zerreißer“ für Raubwild
           Tomáš Ježek  Tomáš Ježek
          Tomáš Ježek 
          04.06.2025
          Test des Varminter HP-Geschosses von Sierra als Alternative zu Fabrikpatronen für Raubwild.

          Während wir uns im letzten Teil unserer Serie mit Fabrikpatronen für Klein- und Raubwild von RWS beschäftigt haben, werfen wir diesmal einen Blick auf eine Alternative speziell für Wiederlader – aus dem Hause der renommierten Munitionsfirma Sierra: das HP Varminter-Geschoss.

          Sierra ist nicht nur für Geschosse für Sportschützen und Jäger von mittelgroßem und Großwild bekannt – die Produktpalette umfasst auch die Varminter-Serie, die – wie der Name schon sagt – vor allem für Varminting, also den Abschuss von Klein- und Raubwild, gedacht ist. Jäger, die nicht selbst laden, müssen wir enttäuschen: Varminter wird nur als Einzelgeschoss angeboten, nicht in Fabrikmunition. Wer etwas Fertiges für Raubwild sucht, kann sich an die Serie Prairie Enemy mit BlitzKing-Geschossen halten – allerdings scheint sie aktuell nicht im Handel erhältlich zu sein.

          Die Varminter-Serie lässt sich in zwei Varianten unterteilen:

          • SPT (Spitzer) mit offenem Bleikern • HP (Hohlspitz) mit einer Hohlspitze

          Beide Typen sind relativ leichte Mantelgeschosse mit nicht gebondetem Bleikern, flachem Boden und sich zur Spitze hin verjüngendem Mantel. Die SPT-Version weist beim Auftreffen eine höhere Strukturfestigkeit auf und neigt weniger zur Fragmentation als die HP-Version (obwohl beide so ausgelegt sind, dass sie auch bei niedriger Geschwindigkeit zuverlässig expandieren). Mit präzisem Treffer lässt sich die SPT sogar bei Rehwild einsetzen. Wir konzentrieren uns jedoch auf die HP-Version, ein echter Spezialist für Raubzeug.


          Einleitungsfoto: Sierra HP Varminter .308/130 gr und geladene .308 Win-Patronen.


          „Wenn es um die Wirkung der Varminter HP-Geschosse im Ziel geht, scheut der Hersteller nicht das Wort ‚explosiv‘ – das sagt einiges über die Praxis aus!“

           

          Das Geheimnis: vorgeprägter Hohlspitzrand für aggressive Deformation.

          Ungewöhnliche Hohlspitze

          Die „Magie“ der Varminter HP-Geschosse liegt im Design der Hohlspitze, deren Rand besonders dünn und vorgeprägt ist, um eine besonders aggressive und zuverlässige Expansion bis hin zur Fragmentation zu gewährleisten. Der Begriff „explosiv“, den der Hersteller verwendet, ist in diesem Zusammenhang sehr treffend. Der Bereich nutzbarer Auftreffgeschwindigkeiten für sicheres Aufpilzen soll niedriger sein als bei Konkurrenzprodukten – ideal für Schüsse auf größere Entfernungen oder bei langsamen Kalibern wie dem .300 Blackout. Sehr hohe Geschwindigkeiten über 930 m/s sind weniger geeignet – ein großzügiger Grenzwert, der die meisten Jäger nicht betreffen wird.

          Verfügbare Varianten (Kaliber/Gewicht): .224/40, 60 gr; .243/75 gr; .264/100 gr; .284/100 gr; .308/110, 115, 135, 150 gr

          Die Auswahl ist zwar schmal, aber für den Einsatzzweck ausreichend – nur Nutzer von 7-mm-Kalibern könnten enttäuscht sein. Für diesen Test habe ich die .308/135 gr Version verwendet, geladen in .308 Winchester. Interessant ist, dass Sierra den ballistischen Koeffizienten geschwindigkeitsabhängig angibt:
          • Über 716 m/s: BC = .308
          • Unter 716 m/s: BC = .290
          • Unter 580 m/s: BC = .275
          Rekordwerte sind das nicht – aber bei dem Gewicht und der geringen Querschnittsbelastung auch nicht zu erwarten. Alle Varianten sind auf der Website des Herstellers gelistet.

          Ab auf den Schießstand

          Das Wiederladen verlief diesmal etwas anders. Um die Herstellerangaben zur zuverlässigen Expansion bei niedrigeren Auftreffgeschwindigkeiten zu testen, habe ich sowohl mit .308 Win-typischen Geschwindigkeiten als auch mit deutlich langsameren Ladungen gearbeitet, die die Ballistik von .300 Blackout mit kürzerem Lauf simulieren.

          Wie üblich testete ich verschiedene Kombinationen aus Pulverladung und Setztiefe, um die präziseste Konfiguration zu finden – zumindest im Rahmen vernünftiger Laborierung. Es zeigte sich: Dieses Geschoss ist nicht besonders „wählerisch“. Verschiedene Patronenkonfigurationen in zwei Gewehren (Ruger American Predator und Sako TRG) zeigten ähnliche Streukreise, sodass man sich langwierige Feinabstimmungen meist sparen kann. Ich hatte etwas Bedenken, dass der spezielle gewellte Hohlspitzrand beim Wiederladen oder im Magazin deformieren könnte – zum Glück unbegründet.

          Die besten Ergebnisse erzielte ich mit 42,5 gr Lovex D073-04 und einer Gesamtlänge von nur 67 mm. Das Geschoss misst nur 24,2 mm, daher ist auf die Setztiefe zu achten, damit genug Kontaktfläche mit dem Hülsenhals gewährleistet ist. Der Abstand zum Feldanschnitt scheint die Präzision nicht negativ zu beeinflussen. Diese Ladung erreichte eine gemessene Mündungsgeschwindigkeit von 836 m/s und eine Energie von 3.056 J (aus einem 470-mm-Lauf). Bei der langsameren Ladung sank die Geschwindigkeit auf 504 m/s – etwa vergleichbar mit .300 Blackout aus einem 267-mm-Lauf auf 100 Meter.


          Überall Lehm

          Der Terminaltest erfolgte auf der Schießbahn mit einem 15 kg Modellierlehmblock und anschließender Projektilfangzone aus Papier. Kein ballistisches Gel – aber ein bewährtes Testverfahren, mit dem ich viel Erfahrung habe. Es zeigt zuverlässig, bei welcher Geschwindigkeit das Geschoss noch sicher aufpilzt – genau das wollte ich wissen.

          Die Schussdistanz betrug 20 Meter, was Aufprallgeschwindigkeiten von ca. 830 m/s und 500 m/s ergab. Beim schnellen Geschoss: keine Überraschung. Der obere Blockteil zersplitterte, die untere Hälfte wurde auseinandergerissen – übrig blieben nur kleinste Splitter. Spannender war die Wirkung des langsameren Geschosses, bei dem die Expansion besser bewertet werden konnte.

          Die Fragmentierung war weniger extrem, aber deutlich. Der größte aufgefundene Splitter wog 42 gr und war stark deformiert – sicherlich keine „freundliche“ Wirkung auf Wild. Die Vielzahl der Fragmente zeigt, dass das Geschoss seine Spezialrolle bestens erfüllt. Der Wiederholungstest bestätigte die vorherigen Ergebnisse.

          Streukreiscollage: links = normale Ladung, rechts = reduzierte Ladung, Ø: 29 mm vs 34 mm.


          Das Geschoss zeigte sich unempfindlich gegenüber Gewehr- oder Ladekonfiguration.

          Für Raubwild – ideal geeignet

          Wie sah es auf der Scheibe aus? Ich schoss wie üblich Sechsergruppen auf 100 m, zog den schlechtesten Treffer ab und maß die Streukreise. Durchschnittlich 29 mm bei der schnellen und 34 mm bei der langsamen Ladung. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen mit Sierra-Geschossen hatte ich etwas mehr erwartet. Dennoch – bei dem geringen Gewicht und niedrigen BC ist das ein gutes Ergebnis, das bis 300 m (bzw. 200 m mit .300 Blackout) gut einsetzbar ist – typische Jagddistanzen sind damit locker abgedeckt.

          Es folgte der Lehmtest – siehe Kasten „Überall Lehm“ – nach dem ein weiterer Test auf Wild entbehrlich war. Die Wirkung war erwartungsgemäß destruktiv (und nicht veröffentlichbar). Für Raubwild ist es ideal – aber bei Kaninchen, bei denen man Fleisch verwerten will, muss man Kopfschüsse setzen, sonst bleibt nicht viel übrig. Mit sauberem Kopftreffer würde ich der HP auch Rehwild oder schwachem Rotwild zutrauen – sofern sie gerade geladen ist. Als Allrounder wäre allerdings das erwähnte SPT (Teilmantel) besser geeignet.

          Für Raubzeug auf typische Distanzen habe ich nichts an der HP auszusetzen – abgesehen von der maximal erreichbaren Präzision. Für „über 300 m“ gibt es präzisere Alternativen mit gleichem Gewicht – z. B. Barnes TSX, die aber doppelt so viel kosten. Andererseits: Mit besser abgestimmter Ladung und anderem Gewehr wären sicher engere Streukreise möglich. In jedem Fall halte ich meine Testreihe für einen repräsentativen Querschnitt.

           

          Zusätzlich zu Standard-.308 Win wurden auch deutlich langsamere .300 Blackout-Ladungen getestet.


          Kaum direkte Konkurrenz

          Was den Preis betrifft: Die Sierra HP Varminter-Geschosse liegen je nach Kaliber und Gewicht im mittleren Preissegment. Die .224/40 gr Version kostet etwa 9,60 CZK, die getestete .308/135 gr rund 14,60 CZK, und die teuerste .308/150 gr etwa 15,30 CZK. Verpackt sind sie zu 100 Stück, oder als günstigere MAXIpack-Variante mit 500 Stück.

          Für leichte .308-Geschosse speziell zur Raubwildbejagung ist die einzige vergleichbare Alternative am Markt wohl die Hornady V-MAX, zum Preis von etwa 14 CZK pro Stück. Nach meiner Erfahrung zeigt sie ähnliche Wirkung und Präzision, ist aber mit 110 gr deutlich leichter. Sie funktioniert nicht in allen Waffen zuverlässig und ist für Schützen, die schwerere Geschosse bevorzugen, oft ungeeignet. Die Sierra HP Varminter ist hier die sicherere Wahl.

          Vorteile / Nachteile

          + Zuverlässige Terminalwirkung

          + Ideal für Raubwild (wenn Verwertung keine Rolle spielt)

          + Einfach zu laden und abzustimmen

          - Sehr zerstörerisch bei verwertbarem Wild

          - Streukreis könnte besser sein

           

          Erhältlich sind HP Varminter und andere Sierra-Geschosse bei STROBL.CZ s.r.o. Weitere Informationen unter strobl.cz oder direkt beim Hersteller auf sierrabullets.com

           

          Photo Sources: Author's archive

          Autor: Tomáš Ježek

          Der Artikel erschien ursprünglich im Magazin Lovec von Extra Publishing

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